Endlich habe ich den Weg zur Familie Schlüter in die Jizo World gefunden. Mir wurde ja schon im Vorfeld geraten, genügend Zeit mitzubringen – ein Hinweis, von dem ich dachte, dass ich ihn genügend berücksichtigt hatte doch am Ende wurde die Zeit knapp.
Als langjähriger Besucher kunsthistorischer Museen bin ich es gewohnt, irgendwann zu priorisieren, weil die eigene Aufnahmefähigkeit Grenzen setzt. Hier jedoch geschah das Gegenteil: Clemens Schlüter nahm mich so lebendig und kenntnisreich mit in die Geschichte der Sammlung und in die Jizō-Verehrung im japanischen Alltag, dass meine Neugier mit jedem Objekt wuchs. Statt auszuwählen, wollte ich immer mehr entdecken.
Beeindruckend ist nicht nur die große Vielfalt an Erscheinungsformen, Materialien und Größen in der Darstellung des Jizō Bosatsu. Besonders berührend ist, dass sich hinter so vielen Objekten jeweils viele eigene Geschichten verbergen – und dass man spürt, mit welcher Achtsamkeit und welchem Respekt diese Sammlung über Jahre gewachsen ist.
Dass namhafte Künstler und Institutionen der Familie Schlüter immer wieder Werke anvertraut haben, erscheint mir folgerichtig: Diese Sammlung ist nicht nur umfangreich, sondern getragen von großer Hingabe, viel Wissen und einer aufrichtigen Haltung.
Vielen Dank, dass ich so viel sehen, fragen und verstehen durfte – und danke für die herzliche Gastfreundschaft. Ich komme sehr gerne wieder.
Reinhard Bockhorst