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Beate Wonde aus Berlin schrieb am Juni 14, 2026 um 6:53 p.m.
Herzlichen Glückwunsch! Vierzig Jahre Jizô-Sammlung (und zum Glück kein Ende), Chapeau! Ich hatte das Glück, die große Jizô-Ausstellung in Leipzig vor vielen Jahren zu sehen, zufällig, weil sich die Ausstellungsräume neben Auerbachs Keller befanden, wo ich auf Mori Ôgais Spuren wandelte. Schon damals war ich tief beeindruckt von der Vielfalt der Jizô-Darstellungen im Buddhismus wie im Alltag der Menschen in Japan, von der enormen Spannbreite zwischen Religion und Kitsch mit einer umfangreichen Artenvielfalt in der Mitte, die jedem Japanreisenden vertraut sind und die sofort die Herzen der Betrachter jeden Alters erobern. Wer bringt nicht ein Jizô-Foto aus Japan mit nach Hause? - Meist ohne sich genau erklären zu können, was der Hintergrund dieser Figuren ist, die uns so anziehen und oft trösten. Damals wollte ich mehr wissen, und lud Clemens Schlüter in die Mori-Ôgai-Gedenkstätte zu einem Vortrag ein. Inzwischen ist es ist schon wieder vier Jahre her, dass ich die Sammlung vor Ort besichtigen durfte, doch es kommt mir vor wie gestern. Das ist zum einen der besonderen Gastfreundschaft der Familie Schlüter und der Begeisterung und tiefen Verbundenheit mit dem Thema zu verdanken. Was sich da vor meinen Augen auftat war so viel, dass ich wahrscheinlich noch heute damit beschäftigt bin, die Eindrücke zu verarbeiten. Da ich von den figürlichen Jizô schon viel in der Ausstellung und in Tempeln gesehen hatte, haben mich in Werne vor allem die Tusch-Zeichnungen zu der Thematik angezogen. Es ist erstaunlich, zu wie vielen herausragenden Künstlern in Japan Clemens Schlüter Kontakt aufgenommen hat. Künstler, die sein Wirken und Sammeln aufrichtig schätzen, was sich in vielen wunderbaren Schenkungen manifestiert. Umso bedauerlicher finde ich es, dass Ethnologische Museen oder Einrichtungen, die sich den Dialog der Religionen und Kulturen auf ihre Fahnen geschrieben haben, sich nicht mehr auf diese Sammlung besinnen und dieser Sammlung die ihr gebührende Sichtbarkeit gewähren. Einen besseren, genrationsübergreifenden Einstieg in einen Dialog der Kulturen und Religionen kann man sich kaum denken. Als Museumskuratorin kann ich das jedenfalls bestens empfehlen.
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